Die beiden netten Mädchen sind ein Trio, sie machen eine Musik, die Country & Western mit den lärmenden Gitarren des New Yorker Undergrounds von vor 5 Jahren vermischt. Ihre Karriere begann, als sie im heimatlichen Austin, Texas einen Nachwuchswettbewerb gewannen, auf dem nur „Sweet Jane“ interpretiert werden durfte. Was die Girls aus dem „Velvet Underground“-Klassiker gemacht haben, kann getrost als fragile Dreistigkeit bezeichnet werden, schön ist's allemal. In schönstem Drive-In-Dreivierteltakt erzählen die Feministinnen in „I Spent My Last Ten Bucks (On Birthcontrol And Beer“ die Geschichte einer Lesbe, die sich plötzlich der „Love of a strong and hairy man“ nicht entziehen kann, was sich zu der titelgebenden Pleite entwickelt: „Live was so much easier, when I was soaber and queer“. Die Stücke sind sparsam und effektvoll instrumentiert, die Damen schrecken vor mehrstimmigem Harmoniegesang mit Kanon-Einlagen nicht zurück, was an weißgewandete Blumenkinder denken läßt, weil sie's aber „draufhaben“, wie man so sagt, auch ein feines Vokalartistik-Erlebnis schafft.
(Juli 1989)
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