Eine sehr merkwürdige Kapelle: sie pflegen ein Provinz-Highschoolband-Image, kleiden sich bieder, sind in Wirklichkeit vier Bands (Willys, Trybes Yung Wu, Feelies), sie machen reduzierte Gitarrenmusik, beschäftigen aber einen Mann, der allein für perkussive Effekte zuständig ist. Diese ehemalige Indie-Band aus Überzeugung hat im Sommer bei A&M unterschrieben, und will wohl richtig Geld verdienen. Lagen zwischen ihren ersten beiden Alben noch gut und gerne sechs Jahre, brauchten sie für das dritte nur zwei. Aber „Only Life“ hört sich an wie ein müder Aufguß von „The Good Earth“, und das erschien schon wie eine Valium-Version ihres furiosen und innovativen Erstlings „Crazy Rhythms“. Daß wir uns richtig verstehen: „Only Life“ ist eines der großartigsten Alben dieses Jahres, aber „Crazy Rhythms“ ist eines der großartigsten Alben, die jemals produziert wurden. Jawoll! Und deshalb sind wir doch ein bißchen enttäuscht, daß sie ihrem bisherigen Schaffen nur einige Songs (großartige, natürlich) hinzugefügt haben, sich aber kein bißchen weiterentwickelt haben. Ob das auch am Geld liegt?
(August 1988)
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