Irving Berlin war neben Cole Porter, Jerome Kern und George Gershwin einer der bedeutendsten Pop-Komponisten in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Altmodisch. Michael Feinsteins Interpretation der Evergreens dieses bemerkenswerten Künstlers hat nichts mit der Leichenfledderei eines Taco oder David Lee Roth zu tun. Seine Versionen von „Puttin' on the Ritz“ oder „Alexander's Ragtime Band“ sind zwar modern, biedern sich aber nicht an die billigen Moden unserer Zeit an. In zeitgemäßer Digital-Technik aufgenommen, arbeitet Feinstein mit zwei Pianos, gelegentlich unterstützt unter anderem vom Tom Waits Bassisten John Hughart ganz unspektakulär, gleichwohl aufregend in den Arrangements. Feinstein ist offenbar einer der ganz großen Interpreten der klassischen amerikanischen Popmusik, vergleichbar vielleicht mit Liza Minnelli, die mit ihm auf dieser Platte in einem grandiosen Duett zu hören ist. Falls es Leute gibt, für die Easy-Listening-Jazz nicht bei Sade aufhört: bitteschön!
(Oktober 1987)
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