„Geht’s noch?“ – Ein schönes, angemessenes Wort, das Jan Schulz-Ojala heute im Tagesspiegel für das aktuelle Diskussiönchen um Kunst und/oder Kommerz im Kino benutzt hat. Erst randaliert Günter (wehe dem, der diesen Vornamen mit einem „h“ versieht) Rohrbach im „Spiegel“ gegen Filmkritiker, die „Das Parfum“ nicht mögen, stattdessen aber „Sehnsucht“ und andere abseitige Werke mit Liebe und Lob bedenken, dann wird Kosslick zwei Wochen später im selben Blatt als „Flopmacher“ (mit einem verschämten Fragezeichen) bezeichnet – weil die letztjährigen deutschen Wettbewerbsfilme „Requiem“, „Der freie Wille“ und eben jener schon von Rohrbach erwähnte „Sehnsucht“ zusammen nur 185 000 Zuschauer im Kino hatten.
Gut, Rohrbach ist als selbsternannte (ok, wahrscheinlich nicht selbst ernannt, aber gerne hören wird er’s schon) Produzentenlegende (obwohl: warum? Ich wüsste gerne, wieviele seiner Produktionen in den letzten 20 Jahren ohne Filmförderung rentabel gewesen wären) interessengeleitet, schließlich ist die Schamfrist bei der Deutschen Filmakademie vorbei, in diesem Jahr dürfte „Bernd“ richtig absahnen (und das nicht nur ideel wie bei der Academy) mit seiner, sagen wir: eher uninspirierten, Bestsellerverfilmung. Aber die Spiegel-Leute? Die machen’s wie immer – negativer Opportunismus als Redaktionsstatut. Man kann sich denken, was sie verbreiteten, würde Kosslick auffällig viele gängige Filme zeigen.
Ich jedenfalls gehe gleich ins Kino. Kleiner Film, kanadisch. Keine Stars und eine verwegene Geschichte. Vielleicht finster und deprimierend, aber nicht ganz, so gut kenne ich Bruce McDonalds Arbeit doch. Und das Beste: Weder Ziegenböcke noch Spiegel-Kritiker im Publikum. |
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